Gravel-Rennrad-Loop: Pragel – Kinzig – Klausenpass

Aussicht über das Schächental nach Altdorf

Glarus: Start- und Endpunkt

Ein Tag auf dem Gravel-Bike: Vorbei am Klöntalersee über den Pragelpass, den abgelegenen Chinzig Chulm und erobere den legendären Klausenpass vor dem Abstieg wieder nach Glarus.

Eine meiner Lieblings-Gravel-Bike-Routen

Das Wichtigste zuerst: Eigentlich ist nur der letzte Abschnitt über den Chinzig Chulm (Kinzigpass) richtiger Schotter (Gravel). Für den Rest der Route stehen häufig Strassenalternativen zur Verfügung zum Zeit sparen. Einschliesslich Pausen dauert diese Schleife einen ganzen Tag und fordert mehr als eine Strassenrunde. Ich empfehle auch die eigenen Vorräte mitzubringen und sich dabei nicht nur auf Restaurants zu verlassen. Oben auf dem Pragelpass hat es einen richtigen Gravelsektor mit Steinen, der allerdings leicht über die Hauptpassstrasse umgangen werden kann, welche ohnehin absolut atemberaubend ist. Schliesslich ist der Radweg von Linthal zurück nach Glarus nicht vollständig asphaltiert, aber trotz der gemischten Oberflächen ist es immer noch die Route, die ich empfehlen kann.

Gesamtstrecke: 115.11 km
Gesamtanstieg: 3706 m
Gesamtzeit: 09:21:24

Radtour-Start: Bahnhof Glarus

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Der erste Aufstieg beginnt bereits nach wenigen Metern. Zum Aufwärmen eine gute Stunde auf dem Asphalt mit 620 Höhenmetern. Der Climb spiegelt einen steilen Alpenpass mit einigen ernsthaft knackigen Rampen wider, aber es ist nichts, was ein trainierter Fahrer nicht bewältigen kann.

Nach der ersten Stunde bietet sich bereits eine kurze Pause im Restaurant Schwammhöhe an. Da oben ist der beste Aussichtpunkt über den Klöntalersee. Danach führt von dort aus eine kurze Kopfsteinpflasterstrasse zur Seestrasse, die einen atemberaubenden Blick auf den imposanten Glärnisch (2’915m) bietet, der typische Gipfel der Glarner Alpen, die von weitem sichtbar sind.

Der mystische Klöntalersee
Der mystische Klöntalersee
Der Blick über den Klöntalersee von der Schwammhöhe
Der Blick über den Klöntalersee von der Schwammhöhe

Bis zum Pragelpass

Noch nicht lange unterwegs führt die Route am Ufer des malerischen Klöntalersees, bevor die nächste Herausforderung ansteht: weitere 760 Meter Klettern über rund 10 Kilometer. Von Glarus aus ist der Pragelpass wirklich beeindruckend, insbesondere mit der flachen Strecke entlang des Sees, die eine perfekte Erholung zwischen dem Pragelpass-Climbs bietet. Ich bevorzuge diese Seite. Der Aufstieg von Muotathal ist notorisch steil, zu steil für mich und besser zu meiden. Die Strasse selbst ist für einen Alpenpass recht eng, aber dank des Autoverbots am Wochenende bietet sie eine viel ruhigere und radfahrerfreundlichere Umgebung als die meisten anderen grossen Pässe.

Der Klöntalersee früh morgens
Der Klöntalersee früh morgens

Mit dem Rennrad bergab nach Muotathal

Kurz vor dem erreichen des ersten Gipfels, kann rechts auf einen Schotterweg abgebogen werden. Das ist die erste Möglichkeit zum Testen deines Gravel-Bikes. Wenn die Zeit etwas knapp ist, die Abfahrt auf der asphaltierten Strasse ist eine gute Alternative. Und ja, der Pragelpass verfügt über zwei unterschiedliche Passhöhen entlang der Passstrasse. Also lass dich nicht verwirren! Während der Asphaltabschnitt einen sehr schnellen Abstieg ins Tal ermöglicht, bleib wachsam: die Strassen sind schmal und du kannst auf Gegenverkehr stossen. Persönlich habe ich an dieser Art von technischen Abfahrten unglaublich viel Freude. Das macht mir echt Spass.
Sobald in Stalden angekommen, führt die Route in Richtung Muotathal weiter. Ich empfehle dringend, die Bidons am Dorfanfang wieder aufzufüllen. Darüber hinaus ist das Restaurant an der Kreuzung, kurz bevor die Steigung in Richtung Kinzigpass beginnt, praktisch die letzte Chance, sich vor dem langen Aufstieg zu verpflegen. Es gibt nur ein weiteres Restaurant auf halber Höhe des Aufstiegs zum Kinzigpass.

Sicht auf den Mieserenstock vom Pragelpass
Sicht auf den Mieserenstock vom Pragelpass
Blick zurück: die letzten Metern vor der Pragelpasshöhe.
Blick zurück: die letzten Metern vor der Pragelpasshöhe.

Kinzigpass: Bereit für den langen Anstieg

Los geht es in Richtung Kinzigpass, auf Schweizerdeutsch auch als Chinzig Chulm bekannt. Der Aufstieg beginnt unmittelbar nach Muotathal: ein stetiger 16-km-Anstieg mit fast 1.500 Höhennmetern. Eine wahre Freude für Radfahrer die Anstiege lieben. Unterschätze diesen trotzdem nicht! Anfangs noch auf Asphalt, bevor die zweite Hälfte in seidig-glatten, feinen Kies übergeht. Die Oberfläche wird nur während des letzten Stücks etwas rauher, wo auch mal steile Rampen von bis zu 20% vorkommen können. Ein Gravel-Bike ist das perfekte Werkzeug für diese Aufgabe. Die Entscheidung für 45–50-mm-Reifen wird hier belohnt und bietet einen deutlichen Vorteil, wenn das Kies mal etwas grob wird.

Mit kaum Häusern und fast keinem Menschen ist dieser Aufstieg unglaublich isoliert. Gelegentlich passieren einige E-Biker, da diesen Pass nur wenige Radfahrer ohne elektronische Hilfe angehen. Die Zeit steht hier still. Es ist nur ein langes Tal, rohe Natur und eine lohnend spektakuläre Aussicht. Genau deshalb ist es mein Lieblingsloop zum Radfahren. Auf dem Velo kann ich es besser geniessen ohne viele andere Leute. Zudem gibt es da draussen so gut wie keinen motorisierten Verkehr.

Geniesse die Einsamkeit!

Ein grosser Teil des Kinzigpasses ist asphaltiert.
Ein grosser Teil des Kinzigpasses ist asphaltiert.
Chinzig Chulm: Die Zivilisation hinter sich lassen
Chinzig Chulm: Die Zivilisation hinter sich lassen im Chinzertal

Geissgrätli, der höchste Punkt der Radtour

Genau genommen folgt die letzte Strecke für ein paar 100m nicht dem eigentlichen Kinzigpass, der ganz oben nur noch ein schmaler Singletrail ist. Stattdessen geht es über das Geissgrätli. Einfach der Strasse folgen, dann bist du richtig und du kannst das nicht verpassen. Oben wirst du dafür mit der Aussicht über das Chinzertal, Schächental und bis nach Altdorf belohnt. Diese Aussicht lässt die Strapazen jeweils schnell vergessen.

Die Schotterabfahrt macht dann richtig Spass: Es ist steil, wurde erst 2013 beendet. Die engen Serpentinen gefallen mir und zaubern mir ein Lächeln ins Gesicht. Die Strasse geht schon bald wieder in Asphalt über und führt durch einige weitere steile Abschnitte hinunter nach Urigen (oberhalb Unterschächen). Hier geht es auf die Klausenpass-Strasse. Es gilt den letzten Aufstieg von 700 m zu bewältigen. Ungefähr noch eine Stunde zum höchsten Punkt des Klausen entlang der Passstrasse hochkämpfen. Wer will hat optional nochmals die Chance auf einen kurzen Offroad-Abstecher in der Nähe von Balm, direkt neben dem Hotel Klausenpass.

Das Geissgrätli liegt auf 2.134 Metern über dem Meeresspiegel
Mit dem Gravel Bike übers Geissgrätli auf 2.134 Metern über dem Meeresspiegel
Die Ansicht oben Chinzingtal und Schächental nach Altdorf
Die Aussicht über das Schächental nach Altdorf
2 cyclooo.ch Bidons auf dem Klausenpass
Der Blick über das Schächental vom Klausenpass
Der Blick über das Schächental vom Klausenpass
Ich bin auch ein Radfahrer
Klausenpass-Eröffnung: Bereits am 01.05.2026
Mit dem Rennrad an die Klausenpass-Eröffnung bereits am 01.05.2026

Abfahrt über den Urnerboden

Nach dem ganzen Tag im Sattel ist der Abend nah. Nochmals etwas Energie tanken im Hotel Klausenpass oder im Restaurant direkt auf der Passhöhe schadet nicht. Aufgepasst, sobald die Sonne untergeht oder wenn schlechtes Wetter hereinbricht, kann es hier schnell kalt werden. Nimm dir besser Zeit, um die Abfahrt wirklich zu geniessen. Die in die Felswände geschnittenen Serpentinen führen runter zu einem Hochplateau namens Urnerboden. Hier fällt die Strasse sanft ab und ermöglicht eine wunderschön entspannte Fahrt, bevor die Steigung wieder steiler abfällt. Pass danach im Tunnel auf: Es gibt eine enge Kurve, die mir jedes Mal negativ auffällt. Im Anschluss führt ein abschliessender Satz von Serpentinen bis nach Linthal.

Blick über den Urnerboden

Runter in den Ziegerschlitz

Zurück in der Zivilisation empfehle ich dringend, auf den lokalen Radweg zu wechseln. Er folgt grösstenteils dem Fluss, schneidet durch Weiden und bietet eine flachere, viel angenehmere Alternative zur Strasse. Die Oberfläche ist eine Mischung aus Asphalt und feinem Kies, gut auf einem Rennrad fahrbar, sodass Sie die letzte Strecke gemeistert werden kann. Mittlerweile lässt das Tageslicht wohl nach und das Ende der Reise kommt näher.

Das ist Franz auf dem Glarner-Radweg aber in die falsche Richtung
Traditionelle Glarner-Arbeiterhäuser in Ennenda.
Zurück am Bahnhof Glarus, das Ende der Gravel-Radtour